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Dank an Herrn Professor Dietrich Schneider, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen (Oberbayern)

von
Hermann Levinson und Anna Levinson, Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen und Erling (Oberbayern)

Es war im Jahr 1969 bzw. 1970. Wir arbeiteten damals am Zoologischen Institut der Johann Wolfgang von Goethe-Universität in Frankfurt am Main über die volatilen Inhaltsstoffe der Wehrdrüsen der Bettwanze Cimex lectularius L. (Cimicidae, Hetereoptera). Dabei wurden trans-Hex-2-en-1-al, trans-Okt-2-en-1-al, Butan-2-on und einige weitere Carbonylkohlenwasserstoffe identifiziert, deren olfaktorische Wirkung an den, darauf reagierenden, Riechhaaren noch untersucht werden sollte. In diesem Zusammenhang unterhielten wir uns ausführlich mit Herrn Prof. Dr. Dietrich Schneider, einem der Direktoren des Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie in Seewiesen, der uns grosszügigerweise zu einem längeren Aufenthalt in sein Institut in Seewiesen einlud, um dort die zuvor genannten Probleme aufklären zu können. Anfang Juli 1971 kamen wir dann an dieses Institut, das hervorragend für olfaktorische Untersuchungen an Insekten ausgestattet war und uns optimale Arbeitsmöglichkeiten sowie jede erforderliche Hilfe und Unterstützung bot.

Schliesslich konnten wir Bau und Wirkungsweise der riechfähigen Sensillen der Antennen von Cimex lectularius L. untersuchen und anschliessend auch zwei artspezifische Pheromone der Bettwanze, nämlich ein Alarmpheromon und ein Aggregationspheromon entdecken sowie viele andere sinnesphysiologische und diätetische Untersuchungen an mehreren schädlichen Insektenarten erfolgreich durchführen. So erweiterte sich unser Gastaufenthalt in Seewiesen zu einer Jahrzehnte währenden, ungemein fruchtbaren Forschungsperiode, die zu hochinteressanten Ergebnissen auf den folgenden Gebieten führte :

angewandte Entomologie,
Grundlagen der Insektistasis,
Ernährungsphysiologie,
Pheromonbiologie sowie
Kulturbiologie (Biologische Interpretation der Kulturgeschichte)

Die damals gewonnenen und hochinteressanten Ergebnisse riefen weltweites Echo hervor und bewogen die Deutsche Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie (DGaaE) uns anno 2007 mit der Karl-Escherich-Medaille auszuzeichnen (Homepage www.hermann-levinson.de). Interessenten können Einzelheiten über unsere Forschungsgebiete aus der og. Homepage erfahren. So entstand aus der gastfreundlichen Einladung von Herrn Prof. Dr. Dietrich Schneider im Juli 1971 eine nahezu lebenslange und reichhaltige Forschungstätigkeit an den oberbayerischen Max-Planck-Instituten für Verhaltensphysiologie (seit 1971) und für Ornithologie (seit 2004). Dafür schulden wir Dietrich Schneider unermesslichen Dank.

Zu unserem tiefen Bedauern verstarb Herr Professor Schneider am 10. Juni 2008 in Starnberg. Wir werden ihm stets ein freundliches Andenken bewahren. Möge ihm ein schönes Leben im Jenseits beschieden sein.!

Erling, den 23. Juni 2008

Prof. Dr. Dietrich Schneider, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen (Archiv K.-E. Kaissling) Dietrich Schneider (*30.7.1919, † 10.6.2008 ) zählt zu den Vätern der modernen Insektenphysiologie. Er entdeckte u.a. die elektrophysiologische Aufzeichnungsmethode von Geruchsreizen an den antennalen Sinneshaaren lebender Insekten.



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